Kurioser Wechsel auf Wiesentheids Trainerbank

Das Lachen ist Thomas Latteier in Wiesentheid nach nur wenigen Monaten vergangen. Foto: Hans Will

Thomas Latteier zieht sich ernüchtert zurück. Seinen Posten übernimmt Hassan Rmeithi, der nebenbei noch eine andere Aufgabe zu erfüllen hat.

Thomas Latteier ist seit Mittwochabend nicht mehr Trainer des Fußball-Bezirksligisten TSV/DJK Wiesentheid. Der Klub hat sich in sportlich schwieriger Situation vom 51-Jährigen getrennt. Aktuell steht Wiesentheid in der Bezirksliga Ost auf dem Abstiegsrelegationsrang. Die Mannschaft hat ihre zwei Spiele nach der Winterpause gegen TSV Gochsheim und SV/DJK Unterspiesheim verloren und wartet nun seit vier Spielen auf einen Sieg.

Der Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz beträgt dennoch nur zwei Punkte. An diesem Samstag treten die Wiesentheider auswärts beim Tabellenzweiten in Oberschwarzach an.

Für den stellvertretenden Sportleiter Thomas Weigand war die Trennung von Latteier nicht die Folge einer sportlichen Misere. „Wenn wir nach der zweiten Halbzeit in Unterspiesheim gegangen wären, hätten wir diesen Schritt nicht gehen müssen.“

Allerdings räumt er ein, dass die Mannschaft in den letzten Wochen vermehrt undiszipliniert aufgetreten sei. Das habe wohl am Trainer genagt, vermutet Weigand. Darüber tauschten sich beide Seiten am Sonntag nach dem mit 1:2 verlorenen Spiel aus. Nachdem Latteier am Dienstag noch das Training geleitet hatte, teilte ihm Sportleiter Elmar Wächter einen Tag später mit, dass sich der Verein nun doch gegen ihn entschieden habe.

Nachdem die Themen von Sonntag „eigentlich erledigt“ gewesen seien, kam die Entscheidung im Nachhinein zwar unerwartet, nachvollziehen könne er sie aber aus sportlichen Gründen, sagt Latteier. Noch am Sonntag hätten ihm Spieler versichert, dass er bei der Mannschaft akzeptiert sei. Jedoch sei es ihm bewusst gewesen, dass es zum Problem werden könnte, falls das Ziel, der Klassenverbleib, in Gefahr gerate. Bereits im Winter hatte er dem Verein mitgeteilt, dass er über die laufende Saison hinaus nicht als Trainer zur Verfügung stehe. „Es ist jedes Mal ein Kampf, eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf die Beine zu stellen“, begründet Latteier diesen Schritt.

Dass Fußball an Stellenwert verloren habe und für manche junge Spieler nur noch nebenbei laufe, könne er nicht akzeptieren. „Ich habe gelernt, dass das nicht mehr meine Welt ist und ich zu viele Kompromisse eingehen müsste. Das ist für mich so nicht mehr hinnehmbar.“ Deshalb schließt er für sich aus, dass er noch einmal eine Mannschaft trainieren werde.

Hassan Rmeithi rückt schon jetzt näher an die sportliche Leitung heran.

Früher als erwartet steigt Hassan Rmeithi auch noch in Wiesentheid als Trainer ein. Foto: Hans Will

Seine Nachfolge regelten die Verantwortlichen auf dem kurzen Weg. Hassan Rmeithi, der die Wiesentheider zur neuen Saison ohnehin übernehmen würde, rückt schon jetzt näher an die sportliche Leitung heran. Bis zum Saisonende trainiert er eigentlich noch den benachbarten Landesligisten FC Geesdorf. Sein künftiger Co-Trainer Ralf Habl und Spielführer Christian Enzbrenner betreuen die Mannschaft mit Rmeithis Unterstützung. „Ich werde den beiden unter die Arme greifen, sofern sich das mit Geesdorf nicht überschneidet“, sagt Rmeithi.

Das erste Training unter Rmeithi fand bereits am Donnerstagabend statt. Auch beim Spiel am Samstag in Oberschwarzach kann er an der Seitenlinie mitwirken, da Geesdorf an diesem Wochenende erst am Sonntag spielt. „Wir haben die gesamte Aufgabe auf drei Schultern verteilt. Ich selbst kann bei sieben der letzten zehn Spiele dabei sein“, sagt Hassan Rmeithi.

Mit Habl spielte Rmeithi in der Schweinfurter Jugend zusammen. Beide verbindet seit langer Zeit eine Freundschaft. Nachdem Habl drei Jahre die SG Löffelsterz-Reichmannshausen in der A-Klasse als Spielertrainer angeführt hat, trainiert er derzeit in der dritten Saison die Gochsheimer Reserve in der Kreisklasse. Als dritter Mann steht Enzbrenner dem Duo bei. Der Wiesentheider Routinier war bereits unter Stefan Schoeler als Co-Trainer tätig.

Quelle: InFranken.de

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